Das Jagdschloß Kranichstein im idyllischen "Messeler Park" unweit Darmstadt ist einer der wenigen erhaltenen barocken Jägerhöfe in Deutschland. Die dreiflügelige Renaissanceanlage wurde unter Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt (1547 - 1596) zwischen 1578 und 1580 von seinem Baumeister Jakob Kesselhuth errichtet. Als die jagdbegeisterten Landgrafen Ernst Ludwig (1667 - 1739) und Ludwig VIII (1691 - 1768) das Schloß für ihre aufwendigen Parforcejagden und das sogenannte "Eingestellte Jagen" nutzten, sind die Innenräume im 18. Jahrhundert nach dem Eleganzbegriff der Zeit ausgestattet worden. In der waldreichen Umgebung ließ man Schneisensterne für die Jagden schlagen. Sein Blütezeit erlebte das Schloß in der Barockzeit mit glanzvollen Jagden und höfischen Festen.
Kranichstein wurde über 350 Jahre lang für die Jagden der Landgrafen und späteren Großherzöge von Hessen-Darmstadt genutzt. Der letzte Großherzog Ernst-Ludwig ließ 1917 Geräte und Jagdzubehör aus allen seinen Jagdhäusern und Schlössern hier zusammenführen; sein Hofmarschall Kuno Graf von Hardenberg errichtete im Jagdschloß Kranichstein ein Jagdmuseum. Nach dem 2. Weltkrieg erwarb die Stiftung Hessischer Jägerhof das Schloß und eröffnete 1952 erneut das Jagdmuseum mit dem Schwerpunkt Barockzeit.
Nach der umfassenden Renovierung von 1988 bis 1996 durch das Land Hessen, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Stiftung Hessischer Jägerhof ist die originalgetreue Renaissancefassung im Erdgeschoß wiedererstanden. Das Schloß, in eine liebliche Parklandschaft eingebettet, wurde in seinem Äußeren entsprechend seiner letzten Bestimmung als Sommeresidenz gestaltet.
Text- und Bildrechte: Stiftung Hessischer Jägerhof |
letzte Aktualisierung: 10. April 2001 |